Die Waldkapelle wird 100 Jahre!

Eine kleine Kirche mitten im Grünen, idyllisch umgeben von großen Waldbäumen – als Ort der Ruhe und Besinnung möchte die Waldkapelle Hessenwinkel allen offen stehen. Zugleich will sie aber auch ein Ort sein, an dem sich Hessenwinkler und andere Interessierte zu kulturellen oder anderen Veranstaltungen treffen können, unabhängig davon, wie nah oder fern sie der Kirche sind. Das architektonische Kleinod mit seinen roten Klinkern und den markanten schwarzen Dachziegeln am Rande der Villenkolonie Hessenwinkel ist ein offenes Haus. Es wird am 22. Mai 2010 hundert Jahre alt.

Erbaut wurde das Kirchlein „Zum anklopfenden Christus“ nach einem Entwurf der Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann, die auch die Pläne für das Schöneberger Rathaus entworfen hatten. Das Geld für den Bau spendeten vor allem Einwohner von Hessenwinkel. Sie besaßen zuvor keine eigene Kirche und nutzten bis dahin das ehemalige Gutshaus und später die Villa Waldstraße 19/20 für ihre Gottesdienste. Der Name der Kapelle und die Darstellung des ursprünglichen Altarbildes beziehen sich auf eine Aussage aus der Offenbarung des Johannes. „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten.“

Doch fast wären die Worte für immer verhallt. Das fünfzigjährige Jubiläum wurde noch würdig gefeiert, dann verfiel das Gotteshaus zusehends. Dabei hatte es den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden. Erst nach 1945 kam es zu Veränderungen im Innern, bei denen der Altar beseitigt und die Ausmalungen an der Stirnwand überstrichen wurden. Für die bauliche Erhaltung hatte die Gemeinde jedoch kein Geld, denn die Waldkapelle ist nur eine der vier Kirchen, die zur Kirchengemeinde Rahnsdorf gehören. Daneben gibt es noch die Dorfkirche und das Wiechernheim in Rahnsdorf sowie die Taborkirche in Wilhelmshagen. Schäden am Dach, defekte Fenster und Schädlingsbefall machten die Waldkapelle über Jahrzehnte unnutzbar. Sie sollte schließlich aufgegeben werden.

Damit wollten sich die Hessenwinkler nicht abfinden. Sie bildeten einen Freundeskreis der Waldkapelle Hessenwinkel. Mit einem ungewöhnlichen Finanzierungskonzept retteten sie ihre Kirche und bewahrten sie so vor dem Verfall. Stiftungen, insbesondere die Langgutstiftung und die Stiftung Denkmalschutz Berlin brachten sich ein, Spenden wurden gesammelt und Handwerker gewonnen, die ihre Leistungen kostenlos zur Verfügung stellten oder Material lieferten. Schritt für Schritt wurde der bauliche Zustand der Kirche in Absprache mit dem Denkmalschutz gesichert, ohne finanzielle Unterstützung der Landeskirche, des Kirchenkreises oder anderer staatlicher Stellen in Anspruch zu nehmen. Die Sanierungsarbeiten begannen 1995; die Wiedereinweihung der Kapelle fand im September 1997 mit einem festlichen Dankgottesdienst statt. Weitere Erhaltungsmaßnahmen folgten. 2002 wurden mit Hilfe der Stiftung Denkmalschutz die hölzernen Bauteile der Kirche saniert

Nun strahlt sie wieder, die Waldkapelle, weitgehend intakt und vor den Unbilden der Witterung geschützt. Der Freundeskreis der Waldkapelle möchte die Kirche weiter erhalten und denkmalgerecht gestalten, soweit die Mittel reichen. Er organisiert Lesungen, Vorträge, Diskussionen, Konzerte und Ausstellungen, die immer mehr Besucher erfreuen. Sie finden in Vereinbarung mit der Kirchengemeinde neben den Trauungen, Taufen und kirchlichen Festen hier statt. Auch Wander- und Radlergruppen steht die Waldkapelle offen. Vor der Kirche gibt es übrigens seit einiger Zeit einen Ereignisbaum, an dem sich Hochzeitspaare verewigen können. Zurzeit werden Spenden für die Installierung eines WC´s gesammelt.
Über den Freundeskreis ist auch eine kleine Broschüre über die Geschichte der Waldkapelle erhältlich. Kontakt und Veranstaltungen: Frau Zeddies, Telefon 6 48 56 92 oder info@waldkapelle-berlin-hessenwinkel.de

Programm
Zum anklopfendem Christus
- 09.Mai 2010 -


10.00 Festgottesdienst
Predigt:  Bischof Dr. Dröge

11.30  Eröffnung der Ausstellung zur Geschichte der Waldkapelle, Eröffnung der Ausstellung des Ulmenhofes

12.00  Mittagsimbiss
13.30  Grußworte

14.00  Buntes Programm auf der Bühne – Bläsermusik, Quiz, Spiele

15.00  Vortrag und Gespräch in der Kapelle mit Generalsuperintendent i.R. Martin Passauer  „Die Bedeutung  der Kirche von gestern für heute und morgen“

16.00  weiteres Bühnenprogramm und Kaffeetrinken

17.00  Musik und Abendsegen


Während der Vorträge:
Diverse Spiel- und Bastelangebote für Kinder, Informations- und Verkaufsstände wie z.B. „eine Welt Laden“, Stand des Basarkreises und Stand der Diakoniestation laden zum Schauen und Kaufen ein.